PrestaShop 1.6/1.7 auf 9 migrieren ohne SEO-Verlust: die 301-Checkliste

SEO und Performance · 7 Min. Lesezeit · Aktualisiert am 03/11/2026

PrestaShop 1.6/1.7 auf 9 migrieren ohne SEO-Verlust: die 301-Checkliste

Der neue Shop läuft auf PrestaShop 9, die Bestellungen kommen rein, und eine Woche später listet die Search Console Hunderte Seiten mit „Nicht gefunden (404)“: die alten Produktadressen, die Google noch in seinen Ergebnissen hatte. Wer PrestaShop ohne SEO-Verlust migrieren will, sorgt dafür, dass jede Adresse, die rankt oder Besucher bekommt, am Tag der Umstellung eines von zwei Dingen tut: Sie bleibt genau gleich, oder sie leitet per 301 auf ihre neue Seite weiter.

Das ist die Checkliste, mit der wir Shops von 1.6 und 1.7 auf 9 migrieren: was sich an deinen URLs ändert, was du vorher erfassen musst, wie du die Weiterleitungsliste aufbaust und was du am Tag selbst und in den Wochen danach prüfst.

Die Migration beginnt beim Server: PrestaShop 9 braucht PHP 8.1 oder neuer, und unter welche PHP-Version für PrestaShop findest du die Tabelle für jede Version und wie lange jede PHP-Version Sicherheitsupdates bekommt.

Was ändert sich an den URLs zwischen 1.6, 1.7 und 9?

Weniger als befürchtet, aber nicht nichts. Das sind die Standardformate von PrestaShop, direkt aus dem Code der jeweiligen Version:

  • Artikel. In 1.6 enthält die Adresse die Kategorie und, falls vorhanden, den EAN-Barcode: /schuhe/12-blauer-sneaker.html. 1.7 und 8 behalten dieses Format und hängen die Nummer der Kombination an, wenn es eine gibt. PrestaShop 9 lässt Kategorie und EAN standardmäßig weg: /12-blauer-sneaker.html.
  • Marken und Lieferanten. In 1.6 sehen sie so aus: /3_markenname und /2__lieferantenname; seit 1.7.5 so: /brand/3-markenname und /supplier/2-lieferantenname.
  • Kategorien und Inhaltsseiten behalten in allen Versionen dasselbe Format: /3-schuhe und /content/4-ueber-uns.
  • Gefilterte Kategorien. In 1.6 konnte das Filtermodul die Filter in den Pfad schreiben (/3-schuhe/farbe-blau). Seit 1.7 stehen sie hinter einem Fragezeichen, im Parameter q.
  • Sprachen. Bis Version 8 setzt ein mehrsprachiger Shop den Sprachcode in jede Adresse, auch bei der Standardsprache (/de/). PrestaShop 9 bringt einen Schalter mit, der ihn bei der Standardsprache weglässt: Er muss zu dem passen, was dein alter Shop gemacht hat.

Zwei Details entscheiden fast alles. Erstens: Die Zahl in der Adresse ist die ID des Artikels oder der Kategorie, die Migration muss also dieselben IDs behalten. Ein Tool, das deinen Katalog neu durchnummeriert, ändert jede einzelne URL. Zweitens: Wenn du mit PrestaShops eigenem Modul 1-Click Upgrade aktualisierst, speichern dessen Update-Skripte die alten Formate für Artikel, Marken und Lieferanten als eigene Routen, damit sie weiter funktionieren. Wird die neue Version dagegen frisch installiert und werden deine Daten übertragen, gelten die neuen Formate, solange du sie nicht selbst festlegst.

Das ist die günstigste Weiterleitung überhaupt: Unter Shop-Einstellungen → Traffic & SEO → SEO & URLs kannst du mit dem Feld „URL-Format Artikel“ und den Feldern daneben dein bisheriges Format behalten. Eine Adresse, die sich nicht ändert, braucht keine Weiterleitung.

Vor der Migration: Welche URLs muss ich erfassen?

Alle, die etwas bringen, nicht nur die aus der Sitemap. Sammle sie in einer Tabelle mit drei Spalten: alte Adresse, neue Adresse und Status.

  1. Die Sitemap des alten Shops. Speichere vor der Umstellung eine Kopie: Sie ist die vollständige Liste dessen, was du Google gemeldet hast.
  2. Search Console → Leistung → Seiten. Die Seiten mit Klicks und Impressionen der letzten 16 Monate. Die darfst du auf keinen Fall verlieren.
  3. Search Console → Links. Deine am häufigsten verlinkten Seiten. Ein Link von einer anderen Website auf eine Adresse mit 404 bringt deinem Shop nichts mehr.
  4. Server-Logs oder Analytics. Einstiegsseiten, auf die Leute über E-Mails, Anzeigen oder Lesezeichen kommen und die Google nicht sieht.
  5. Bilder. Wenn dir die Google-Bildersuche Besucher bringt, erfasse auch die Bildadressen (warum, steht weiter unten).

Wie baue ich die 301-Liste auf?

Geh die Tabelle Zeile für Zeile durch und gib jeder Adresse genau ein Ziel:

  • Gleiches Format, gleiche ID: nichts zu tun. Genau deshalb lohnt es sich, die Routen zu behalten.
  • Format ändert sich (Marken, Lieferanten, alte Filter, Artikel, wenn du die Route nicht behältst): eine Weiterleitung auf die neue Adresse derselben Seite.
  • Artikel oder Kategorien, die nicht mit umziehen: auf den Artikel, der sie ersetzt, oder auf ihre Kategorie. Nie alles auf die Startseite: Google warnt, dass massenhafte Weiterleitungen auf eine unpassende Seite als Soft 404 gewertet werden können, und der Kunde findet dort auch nicht, was er gesucht hat.
  • Ein Sprung, nicht zwei. Hat eine alte Adresse schon auf eine andere weitergeleitet, schick sie direkt auf die Zielseite.

Wenn du unsicher bist, ob 301, 302 oder 410, oder wohin jede Seite gehen soll: Das erklären wir in 404-Fehler in PrestaShop finden und mit 301 weiterleiten.

Du willst diese Liste lieber nicht selbst bauen? Bei unseren Migrationen auf PrestaShop 9 behalten wir deine Adressen, wo es geht, und leiten die geänderten weiter, mit einer Liste, die vor der Umstellung geprüft ist.

Zur Migration auf PrestaShop 9

Was muss den Umzug noch überstehen?

Die Adresse ist das Wichtigste, aber nicht das Einzige. Prüfe diese Punkte auf der Testkopie, vor der Umstellung:

  • Meta-Titel und Meta-Beschreibungen. Sie sind pro Artikel, Kategorie und Seite in jeder Sprache gespeichert und ziehen mit deinen Daten um. Öffne ein paar und vergleiche. Meta-Keywords fallen in PrestaShop 9 weg: Es geht nichts verloren, Google nutzt sie seit Jahren nicht mehr.
  • Canonical und hreflang. Aktuelle Themes setzen beide Tags in den Kopf jeder Seite. Prüfe, dass sie auf deine echte Domain zeigen und nicht auf die Adresse der Testkopie.
  • Bilder. Die Adresse eines Produktbilds sieht so aus: /123-large_default/blauer-sneaker.jpg. Der mittlere Teil ist eine Bildgröße, die das Theme festlegt. Das Theme von 1.6 hatte Größen wie thickbox_default, die aktuelle Themes nicht mehr mitbringen. Wenn diese Bilder Besucher bekommen, leg die alten Größen unter Design → Bilder wieder an und erzeuge die Vorschaubilder neu: Dann funktionieren die alten Adressen wieder.
  • robots.txt und Wartungsmodus. Die Testkopie ist meist für Suchmaschinen gesperrt. Erzeuge am Tag der Umstellung die robots.txt neu, schalte den Wartungsmodus ab und prüfe, dass keine Seite ein noindex trägt.

Am Tag der Umstellung: Wie prüfe ich, ob alles geklappt hat?

  1. Teste 20 bis 30 Adressen aus deiner Liste, zuerst die mit den meisten Klicks. Jede sollte mit genau einem 301 antworten und auf einer Seite landen, die lädt. Leitet eine doppelt weiter oder endet in einem 404, korrigiere sie, bevor du weitermachst.
  2. Crawle den neuen Shop mit einem Crawler wie Screaming Frog (die kostenlose Version erfasst bis zu 500 Adressen) und such nach 404-Fehlern und internen Links, die noch auf alte Adressen zeigen.
  3. Reiche die neue Sitemap in der Search Console ein und entferne die alte, so wie Google es empfiehlt.
  4. Prüf deine zehn wichtigsten Seiten mit der URL-Prüfung, um sicherzugehen, dass Google sie erreicht.
  5. Kontrolliere jede Sprache: Die Weiterleitung, die auf Deutsch funktioniert, kann auf Französisch fehlen.

Worauf achte ich in den Wochen danach?

Die ersten Wochen geben den Ton an. Google sagt selbst, dass sich eine mittelgroße Website nach geänderten Adressen erst nach einigen Wochen oder länger einpendelt und dass Schwankungen normal sind. Nicht normal ist ein 404, der weiter Besucher bekommt.

  • Jede Woche „Nicht gefunden (404)“ im Bericht „Seiten“ der Search Console, dazu das 404-Protokoll deines eigenen Shops, das auch Besuche aus E-Mails und von anderen Websites erfasst.
  • Die Klicks unter Leistung, mit den 28 Tagen danach gegen denselben Zeitraum davor verglichen. Verliert eine Seite Besucher, schau zuerst auf ihre Weiterleitung.
  • Behalte die Weiterleitungen mindestens ein Jahr, wie Google es empfiehlt, und aktualisiere die Links, die du selbst in der Hand hast: Newsletter, Social-Media-Profile und Marktplätze.

Wie richten wir die Weiterleitungen bei unseren Migrationen ein?

Mit unserem 301-Weiterleitungsmodul für PrestaShop, das von 1.7.5 bis 9 läuft und dessen kostenlose Edition keine Begrenzung bei den Regeln hat. Es kommt vom ersten Tag an in den neuen Shop: Es protokolliert jeden 404, den der Shop bekommt, mit Bots getrennt gezählt, und aus jedem legst du die Weiterleitung an, auf einen Artikel, eine Kategorie, eine Seite, eine Marke oder eine beliebige Adresse. Die Regel zeigt auf die Seite selbst und funktioniert deshalb auch dann weiter, wenn du deren URL später änderst.

Bei einer Migration mit Hunderten Adressen spart dir die PRO-Edition das Abtippen: Sie importiert deine komplette Liste aus einer CSV-Datei, mit einer Vorschau jeder Zeile vor dem Speichern, fängt ganze Gruppen alter Adressen mit einer einzigen Regel ab („beginnt mit“, Platzhalter oder regulärer Ausdruck) und schlägt für jeden 404 das passendste Ziel vor. Und falls du noch überlegst, ob du den Schritt machst: Wir haben erklärt, was ein Update von PrestaShop 1.6 oder 1.7 auf 9 bedeutet und was es kostet.

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Kostenlose 301-Weiterleitungen für PrestaShop: 404-Fehler beheben, Rankings behalten Kostenlose 301-Weiterleitungen für PrestaShop: 404-Fehler beheben, Rankings behalten Kostenlos Ansehen

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